Der Zauberberg
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„Was war das Leben? Niemand wusste es. Niemand kannte den natürlichen Punkt an dem es entsprang und sich entzündete“ (Thomas Mann)
Thomas Mann’s Roman „Der Zauberberg“ spielt in der hermetisch abgeschiedenen Welt eines Sanatoriums in den Davoser Bergen. Diese Abgeschiedenheit führt den Protagonisten des Romans Hans Castorp dazu, sich Gedanken über die Natur, das Leben und dessen Entstehung zu machen. Ähnlich mag es einem vorkommen, wenn man allein eine der zahlreichen Schönheiten des Bad Uracher Hausberges besucht. Anders jedoch als die morbide Atmosphäre des Bergsanatoriums hat man hier das Gefühl, sich an einem Ort voller Vitalität und märchenhaftem Zauber zu befinden.
Unsere Tour führt uns zu allen bekannten Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Nähe von Bad Urach: der malerische und romantische Gütersteiner Wasserfall, der historische Runde Berg, der weithin bekannte und imposante Uracher Wasserfall sowie die mächtige Ruine Hohenurach. Weniger bekannt aber trotzdem sehr sehenswert ist der einsame Fischerbrun-nen.
Strecke:
Maisental Bad Urach - Gütersteiner Wasserfall - Runder Berg – Rutschenfelsen - Uracher Wasserfall – Hohenurach – Seltbachtal – Philipsbrunnen - Hanner Fels - Eugen Künkele Weg – Sirchingen – Fischerbrunnen - Grüner Weg - Marktplatz Bad Urach - Wasserfall-Stüble im Maisental
Länge: 31 km
Höhenmeter: 1100 m (Höhenprofil hier)
Max. Höhe: 760 m
Max. Steigung 28%
Fahrzeit: ca. 3 h
Bildimpressionen entlang der Tour rechts
(zum Vergrößern auf das entsprechende Bild klicken!)
Tourencharakter
Kondition: ****
Fahrtechnik: ****
Landschaft: *****
Obwohl diese Tour „nur“ 31 km lang ist, sollte sie konditionell nicht unterschätzt werden. Steile Rampen wechseln sich in steter Regelmäßigkeit mit abschüssigen Passagen ab, die permanente Konzentration vom Fahrer verlangen. An einigen ausgesetzten Stellen muss das Bike geschoben werden. Da viele der Sehenswürdigkeiten auch von zahlreichen Tagesausflüglern besucht werden, empfiehlt es sich, die Tour nicht an Sonn- und Feiertagen zu fahren.
Unsere Tour startet im Maisental von Bad Urach. Mountainbiker, die mit dem Wagen anreisen, sollten auf einem der zahlreichen Parkplätze hier parken (hier endet auch die Tour). Vorbei an der Viehstelle erklimmen wir einige Höhenmeter auf der Galgenberg-Steige bis wir in einer Rechtskehre auf einen Pfad abbiegen. Ca. 15% Steigung müssen überwunden werden, bis wir an das erste Highlight der Tour gelangen: der Gütersteiner Wasserfall. Unvermittelt sprudelt hier das Wasser aus dem Berg in ein kleines Becken und fällt dann in zahlreichen Kaskaden talwärts.
„Aber das Leben selbst erschien unvermittelt. Wenn sich etwas darüber aussagen ließe, so war es dies: es müsse von so hoch entwickelter Bauart sein, dass in der unbelebten Welt auch nicht entfernt seinesgleichen vorkomme.“
Obwohl er nicht so spektakulär und weniger bekannt ist als der Uracher Wasserfall, verzaubert der Gütersteiner Wasserfall die meisten Besucher durch seine Lage und Gestalt. Ein paar Minuten sollten wir uns für diesen Ort Zeit nehmen. Auf Schotterpisten geht es weiter auf der Fohlensteige bis zu einer Rechtskurve, wo wir links in einen Pfad zum Runden Berg abbiegen. Nach einer steilen Rampe betreten wir den historischen Berg (710 m ü. NN), der bereits in der Bronzezeit besiedelt war. Schautafeln informieren die Besucher über die Siedlungsgeschichte. Obwohl heute kaum noch etwas von diesen Siedlungen zu sehen ist, übt die Atmosphäre hier einen ganz besonderen Zauber auf uns aus. Auf dem gleichen Weg fahren wir zurück auf die Fohlensteige, auf der wir in kurzer Zeit die Albhochfläche erreichen. Vom Rutschenfelsen aus haben wir einen fantastischen Blick ins Maisental und auf die Ruine Hohenurach. Doch zunächst geht es über wurzelgespickte Trails und einen anspruchsvollen Downhill (Absteigen!?) zum Uracher Wasserfall. An Sonn- und Feiertagen ist er nicht nur in den Sommermonaten für zahllose Wanderer und Tagesausflügler ein vielbesuchtes Ausflugsziel. Ein Kiosk bietet die Möglichkeit, sich mit kühlen Getränken zu versorgen.
Auf einer breiten Schotterpiste gelangen wir zur Kreuzhütte und dem Einstieg zum Hohenurach. Sehr schnell wird der steinige Weg immer steiler. Während zu Beginn 15-20% Steigung zu meistern sind, fahren wir nach einer Linkskurve auf eine „Wand“ von 28% Steigung zu. Ein kleiner Fahrfehler hier bedeutet das unweigerliche Absteigen und Schieben. Von der Burgruine haben wir einen herrlichen Blick auf Bad Urach und das Ermstal. Auf dem gleichen Weg geht es zurück zur Kreuzhütte und anschließend talwärts ins Seltbachtal. Wenig spektakulär ist der Philippsbrunnen, unser nächstes Ziel. An heißen Tagen findet sich hier jedoch ein kühler Ort zum Verschnaufen. Der erneute Albaufstieg führt über einen teilweise schwer zu fahrenden Pfad durch den Wald bis wir auf die Ziegelsteige treffen. Nach einigen Hundert Meter biegen wir links ab auf einen Trail, der mit viel Flow zu fahren ist. Trotzdem lohnt es sich, an den beiden Hanner Felsen eine kurze Pause einzulegen, da wir von dort einen sehr schönen Blick auf die Stadt Bad Urach genießen können. Bald treffen wir auf die Kreisstraße, die Bad Urach mit Bleichstetten verbindet. Nach ca. 1 km biegen wir links in den Eugen-Künkele-Weg ab, dem wir jetzt folgen. Zunächst noch als breiter Forstweg wird er im Verlauf immer enger und endet an der Albkante als schmaler, nicht fahrbarer Steig. Wenn wir Glück haben, treffen wir auf einige Bergsteiger, die an dieser Albkante trainieren. Bereits nach wenigen Hundert Metern gelangen wir auf einen Forstweg, der uns nach Sirchingen führt. Große Steigungen sind jetzt nicht mehr zu überwinden. Nachdem der Uracher Teilort durchquert ist, führt der Weg steil bergab ins Seeburger Tal. Nach einigen Serpentinen kommt ein kleines Plateau mit einem Wasserbecken in unser Blickfeld. Hier am idyllischen Fischerbrunnen ist man meist völlig allein. Eine kurze Pause sollte man einplanen, um die Atmosphäre zu genießen. Jetzt ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Grünen Weg, der uns zurück nach Bad Urach führt. Entweder wir legen eine Rast auf dem historischen Uracher Marktplatz ein oder wir fahren direkt zurück ins Maisental zum Anfang unserer Tour.
>>> die Tour als PDF-Datei
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